Kündinghoven (NR). - Die alte Kirchenkrippe St. Gallus Küdinghoven mit ihrem neu gemalten Hintergrund, 2,25 m Länge und 1 m Höhe, hat eine außergewöhnliche Geschichte. Nachdem die Kirche in Küdinghoven im 2. Weltkrieg zerstört wurde, blieb die Krippe zunächst lange verschollen. Sie war jedoch von Bombenangriffen nicht zerstört worden. Das wussten Zeitzeugen zu berichten. Wieder aufgebaut werden konnte die ursprüngliche St. Gallus Kirchenkrippe, dank der erfolgreichen Recherchen nach verschollen geglaubten Krippenfiguren durch Frau Magdalena Schmoll, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Pfarrgemeinde St. Gallus. Nach langen Nachforschungen erhielt Frau Schmoll Ende des letzten Jahrhunderts einen verstaubten Karton mit den Figuren der alten Kirchenkrippe von Pater Heinrich Wolsing, dem damaligen Pfarrer von St. Gallus überreicht. Sie stellte die Figuren zunächst in der Pfarrbücherei aus. "Viele ältere Menschen erkannten die Figuren, die in ihrer Jugendzeit in der Kirche gestanden hatten und freuten sich sehr", berichtet Frau Schmoll. Sie entschloss sich, die ursprüngliche Krippe wieder ausstellungsfein zu restaurieren. "Ein Gesamtkunstwerk wie in diesem Jahr, hatten wir noch nie", meint sie begeistert. Alle zwei Jahre stellt sie den Krippenweg in der Region aus. Die Entwürfe für diese Krippe stammen wohl aus dem 19. Jahrhundert. Etwas später, als zu Beginn der Industrialisierung. Magdalena Schmoll begeisterte mit ihrer Idee vom Wiederaufbau der ursprünglichen St. Gallus Kirchenkrippe auch Prof. Friedrich Münch. Bereits als Statist in seiner Jugendzeit an der Kölner Oper entdeckte er seine Liebe zu den Krippen und zur Kunst und wurde später Professor für Kunstpädagogik in Köln und Bonn. Prof. Münch malte im Oktober 2011 den zum Ortsteil Küdinghoven-Ramersdorf passenden Hintergrund der Krippe mit Ortsbezug. Die Kommende, das Wahrzeichen von Ramersdorf ist im Bild, das Foveaux-Häuschen und Wald und Hügel des Ennert. Nebel steigen über den Bäumen auf. Sie symbolisieren den Neubeginn so wie die Geburt Christi. "Einen Neubeginn gibt es jedes Jahr auf der ganzen Welt. Auch bei uns in Küdinghoven", lacht Magdalena Schmoll. Die gut erhaltenen Gipsfiguren stammen vermutlich aus den 20er Jahren aus einer Kölner Gipsgießerei. Ihre Gesichter weisen europäische Züge auf. Nach dem Krieg waren Gipsfiguren unmodern geworden. Man empfand sie als kitschig. Sie wichen Holzfiguren. Die alten Krippenfiguren werden nach einer festgelegten Dramaturgie aufgestellt. "Die Könige stehen rechts vom Kind und die Hirten links. Alle Augenpaare sind auf das Jesuskind gerichtet. Maria befindet sich an der rechten Seite des Kindes (vom Kind aus gesehen). Die Tiere sind bei den Hirten. Schafe und Lämmer sind Opfertiere. Nur der Gloriaengel über dem Stalldach gehört nicht zum alten Krippenbestand. Er wurde ersetzt. Ausgestellt wird die Krippe vom 24. Dezember 2011 bis zum 8. Januar 2012 im Schaufenster Profi-Technik Wedig, Kirchstr. 45 in Küdinghoven.
Ausgestellt: St. Gallus Kirchenkrippe
Restauriert mit authentisch aufgestellten Figuren
Letzte Änderung: Mittwoch, 21.12.2011 12:01 Uhr
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